Wer sich an Semestergebühren in der Größenordnung von 500 Euro pro Halbjahr gewöhnt hat, muss beim Blick auf die meisten berufsbegleitenden Promotionsprogramme der privaten Hochschulen erstmal schlucken: 12.500 € kostet die Teilnahme am günstigsten Programm, und ja nach Anbieter geht es bis 30.000 € in die Höhe. Damit liegen die Kosten in ähnlichen Sphären wie bei privaten MBA-Programmen.
Soll der Doktortitel also nur die Visitenkarte aufpeppen oder bei kommenden Gehaltsverhandlungen unterstützen, stellt sich die Sinnfrage, insbesondere wenn die Finanzierung nur durch Aufnahme eines Kredits möglich ist. Eine „klassische” Promotion mit Annahme einer Assistentenstelle an einer staatlichen Universität könnte günstiger sein, wenn danach eine Rückkehr in den bisherigen Beruf problemlos ist.
Dazu ein Rechenbeispiel: Wem es gelingt, eine klassische (volle) Assistentenstelle zu finden, der erhält für die Dauer von ca. drei Jahren Bezüge nach TV-L 13 (grob 40.600 € / Jahr brutto; schwankt je nach Bundesland). Liegt das bisherige Jahresbruttoeinkommen also über 50.600 €, ist selbst beim teuersten Angebot die Promotion an einer privaten Hochschule günstiger. Ist das Einkommen niedriger, ergibt sich abhängig von den Kosten des gewählten Angebots ein Plus oder Minus. In einigen Fachbereichen ist es zudem schwierig, eine volle Assistentenstelle zu finden; viele Stellenangebote bieten nur eine Halbzeitbeschäftigung (TV-L 13, 50%) an.
Die Kosten einer berufsbegleitenden Promotion sind übrigens von der Steuer absetzbar (Artikel in der Süddeutschen), wenn das Studium „beruflich veranlasst” ist, also z. B. wenn der fehlende Titel ein Hindernis für weiteren Aufstieg ist.


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