RFH Köln: Ph.D. für Ingenieure und BWLer

Neue Promotionsmöglichkeit für Ingenieure und BWLer: Die Rheinische Fachhochschule (RFH) Köln ist dem „Club” der Promotionsstudienanbieter beigetreten, die als Fachhochschule die Kooperation mit einer ausländischen Universität nutzen — im Falle der RFH Köln ist das die Loughborough University. Die Zusammenarbeit gilt für die School of Business and Economics (Wirtschaft) und das Department of Aeronautical and Automative Engineering (Ingenieure). Der vergebene Titel ist in beiden Fachbereichen der Ph.D., das auf vier Jahre angelegte Studium wird durch je einen Professor der RFH und einen der britischen Universität betreut. Die Teilnahme am Programm kostet 5000 Euro pro Jahr (also in Summe 20.000, wenn man in Regelzeit fertig wird). Teilnehmer sind an beiden Hochschulen als Student eingeschrieben.

Infos: Ankündigung der RFH und Informationsblatt.

Lustige „Kandidaten”-Titel

Zahlreiche Lebensläufe im Internet schmücken Titel der Form „Cand. Dr.” oder „cand. Dr.” (mal mit großem, mal mit kleinem „c” in „cand”). Das Wort „cand.” steht dabei für das lateinische candidatus und wird als „studentischer Grad” (siehe Wikipedia-Artikel) in der Regel von Studenten verwendet, die schon einen Teil ihres Studiums absolviert haben; traditionell z. B. nach dem Vordiplom oder einer Zwischenprüfung. Beispiele sind dann „cand. math.” oder „cand. oec.”, gelegentlich sieht man auch die Fakultätsbezeichnung (z. B. „cand. rer. nat.” = Kandidat der naturwissenschaftlichen Fakultät).

Die Wikipedia-Seite weist schon darauf hin, dass es sich nicht um offizielle Titel handelt und diese auch nicht „führbar” sind. Noch merkwürdiger sind aber die Doktorkandidatentitel, die mit „cand. Dr.” beginnen und gerne auch hier die Fakultät mit nennen („cand. Dr.-Ing.”, „cand. Dr. oec.” etc.).

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Slashdot: Doktorvater suchen

Die englische Seite Slashdot hat in ihrer Rubrik „Asking Slashdot” einen interessanten Beitrag zur Suche nach einem Doktorvater. Für das Thema „Promotion im Fernstudium” nicht wirklich relevant (weil die hier vorgestellten Einrichtungen sich darum kümmern), aber trotzdem interessant zu lesen — zumal der Text einen Einblick in das Prozedere an amerikanischen und britischen Unis gibt.

Fernuniversität heißt nicht Fernpromotion

Zwei deutsche Universitäten sind für Fernstudien zuständig: die schon lange bestehende Fernuniversität Hagen und die noch ganz junge private Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW, eine Kooperation von Freier Universität Berlin und einem Unternehmen der Klett-Gruppe). Während die DUW (bisher?) gar keine Promotion anbietet, kann man an der Fernuni durchaus eine Doktorarbeit schreiben, aber es gibt dort kein spezielles promotionsbegleitendes Programm für Fernstudenten. Stattdessen bieten die Hagener, wie Präsenzuniversitäten, Assistentenstellen an, erlauben also ein klassisches Verfahren. Prinzipiell ist auch dort eine externe berufsbegleitende Promotion möglich, wenn man einen Doktorvater findet, der die Betreuuung übernimmt — dabei unterscheidet sich dann aber der Fernuni nicht mehr von Präsenzunis.

FH-Professur

Einer der denkbaren Gründe um zu promivieren ist das Berufsziel FH-Professor. In den Ausschreibungen für solche Stellen findet sich regelmäßig die Anforderung:

„Nachweis der Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten über die Qualität einer Promotion, alternativ Gutachten über promotionsäquivalente Leistungen”

Zwar gibt es einige FH-Professoren, die nicht promoviert haben, aber diese haben ihre Stelle vielleicht noch zu Zeiten angetreten, als die Fachhochschulen Graduiertenschulen hießen und keine Hochschulabschlüsse vergeben konnten, oder sie konnten eben über ein Gutachten ihre Leistungen nachweisen.

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Teures Vergnügen

Wer sich an Semestergebühren in der Größenordnung von 500 Euro pro Halbjahr gewöhnt hat, muss beim Blick auf die meisten berufsbegleitenden Promotionsprogramme der privaten Hochschulen erstmal schlucken: 12.500 € kostet die Teilnahme am günstigsten Programm, und ja nach Anbieter geht es bis 30.000 € in die Höhe. Damit liegen die Kosten in ähnlichen Sphären wie bei privaten MBA-Programmen.

Soll der Doktortitel also nur die Visitenkarte aufpeppen oder bei kommenden Gehaltsverhandlungen unterstützen, stellt sich die Sinnfrage, insbesondere wenn die Finanzierung nur durch Aufnahme eines Kredits möglich ist. Eine „klassische” Promotion mit Annahme einer Assistentenstelle an einer staatlichen Universität könnte günstiger sein, wenn danach eine Rückkehr in den bisherigen Beruf problemlos ist.

Dazu ein Rechenbeispiel: Wem es gelingt, eine klassische (volle) Assistentenstelle zu finden, der erhält für die Dauer von ca. drei Jahren Bezüge nach TV-L 13 (grob 40.600 € / Jahr brutto; schwankt je nach Bundesland). Liegt das bisherige Jahresbruttoeinkommen also über 50.600 €, ist selbst beim teuersten Angebot die Promotion an einer privaten Hochschule günstiger. Ist das Einkommen niedriger, ergibt sich abhängig von den Kosten des gewählten Angebots ein Plus oder Minus. In einigen Fachbereichen ist es zudem schwierig, eine volle Assistentenstelle zu finden; viele Stellenangebote bieten nur eine Halbzeitbeschäftigung (TV-L 13, 50%) an.

Die Kosten einer berufsbegleitenden Promotion sind übrigens von der Steuer absetzbar (Artikel in der Süddeutschen), wenn das Studium „beruflich veranlasst” ist, also z. B. wenn der fehlende Titel ein Hindernis für weiteren Aufstieg ist.

Externe Promotion

Ein kurzer Beitrag zur thematischen Abgrenzung: Es geht hier nicht um so genannte externe Promotionen — das sind klassische Promotionen an einer Universität, die kein spezielles Promotionsfernstudienprogramm für ihre Studenten anbietet. Externe Doktoranden sind meist hauptberuflich beschäftigt und suchen sich an einer Universität einen Doktorvater, der sie betreut.

Ein Blog für die Nicht-Assistenten

Auf diesem Blog geht es um Möglichkeiten, abseits des klassischen Wegs (Assistentenstelle) zu promovieren. Und zwar nicht durch „Kauf” des Titels über eine Titelmühle (was rausgeworfenes Geld und extrem peinlich ist), sondern korrekt, also durch Forschung und darauf aufbauend Anfertigung einer Dissertation.

Verschiedene Hochschulen bieten inzwischen Fernstudienprogramme an, die das Ziel haben, Studenten bei der Promotion zu unterstützen.

Hier wollen wir

  • einen Überblick über die in Deutschland angebotenen (und anerkannten) Fernstudienprogramme bieten — dazu gehören auch Angaben zu den entstehenden Kosten, die man auf den einzelnen Webseiten oft nur nach längerer Suche findet
  • in Interviews die Verantwortlichen dieser Programme zu Wort kommen lassen
  • Teilnehmern und Interessenten an solchen Programmen eine Plattform zum Austausch geben