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Promotion-im-Fernstudium.de

Auf diesem Blog geht es um Möglichkeiten, abseits des klassischen Wegs (Assistentenstelle) zu promovieren. Und zwar nicht durch “Kauf” des Titels über eine Titelmühle (was rausgeworfenes Geld und extrem peinlich ist), sondern korrekt, also durch Forschung und darauf aufbauend Anfertigung einer Dissertation.

DBA und Dr. Eng. von der University of Gloucestershire

Die Gloucestershire Business School German Office (GBSGO) bietet berufsbegleitende Promotionsstudien in Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften an. Es gibt dabei Präsenzkurse in verschiedenen deutschen Städten.

Nach dem mindestens dreijährigen Studium und dem Anfertigen einer Dissertation vergibt die britische University of Gloucestershire in Cheltenham den Titel DBA (Doctor of Business Administration) oder Dr. Eng. (Doctor of Engineering). Beide Studiengänge starten im Oktober 2010 (DBA: München, Bielefeld; Dr. Eng.: Frankfurt).

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Lustige „Kandidaten”-Titel

Zahlreiche Lebensläufe im Internet schmücken Titel der Form „Cand. Dr.” oder „cand. Dr.” (mal mit großem, mal mit kleinem „c” in „cand”). Das Wort „cand.” steht dabei für das lateinische candidatus und wird als „studentischer Grad” (siehe Wikipedia-Artikel) in der Regel von Studenten verwendet, die schon einen Teil ihres Studiums absolviert haben; traditionell z. B. nach dem Vordiplom oder einer Zwischenprüfung. Beispiele sind dann „cand. math.” oder „cand. oec.”, gelegentlich sieht man auch die Fakultätsbezeichnung (z. B. „cand. rer. nat.” = Kandidat der naturwissenschaftlichen Fakultät).

Die Wikipedia-Seite weist schon darauf hin, dass es sich nicht um offizielle Titel handelt und diese auch nicht „führbar” sind. Noch merkwürdiger sind aber die Doktorkandidatentitel, die mit „cand. Dr.” beginnen und gerne auch hier die Fakultät mit nennen („cand. Dr.-Ing.”, „cand. Dr. oec.” etc.).

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Studiengang der Hamburger FH verschwunden

Der Promotionsstudiengang der Hamburger Fern-Hochschule (HFH) ist auf der Webseite der Hochschule nicht mehr auffindbar, es gibt aber auch keine Pressemitteilung über eine Einstellung des in Kooperation mit der University of Louisville angebotenen Studiums.

Update: Raphael Post von der HFH hat unsere Presseanfrage zum Verbleib des Promotionsprogramms beantwortet. Nach seiner Aussage laufen zur Zeit Verhandlungen mit dem Kooperationspartner, und er rechnet damit, dass Anfang September aktualisierte Informationen zum PhD-Programm auf der Webseite erscheinen werden.

Slashdot: Doktorvater suchen

Die englische Seite Slashdot hat in ihrer Rubrik „Asking Slashdot” einen interessanten Beitrag zur Suche nach einem Doktorvater. Für das Thema „Promotion im Fernstudium” nicht wirklich relevant (weil die hier vorgestellten Einrichtungen sich darum kümmern), aber trotzdem interessant zu lesen — zumal der Text einen Einblick in das Prozedere an amerikanischen und britischen Unis gibt.

Rezension: Publizieren während der Promotion

„Publizieren während der Promotion” ist ein knapp 270 Seiten langes und ca. 30 € teures Sammelwerk von vielen Autoren, das Doktoranden in die Veröffentlichungsthematik einführt und Einsteigern dabei einen guten Überblick über zahlreiche relevante Aspekte verschafft — neben einer Darstellung der verschiedenen Textsorten gibt es viele Tipps und einige tabellarische Auflistungen. Da jeder Fachbereich seine eigenen Regeln hat, beschreiben Unterkapitel die wichtigsten Besonderheiten einiger Fächer (ein Sozialwissenschaftler muss andere Dinge als ein Informatiker beachten).

Publizieren während der Promotion: Ein Praxisleitfaden
Verlag: VS Verlag
Autoren: Kathrin Ruhl (Hrsg.), Nina Mahrt (Hrsg.), Johanna Töbel (Hrsg.)
Preis: 29,95 €
268 Seiten, 1. Auflage 04/2010
ISBN 353117178X

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Fernuniversität heißt nicht Fernpromotion

Zwei deutsche Universitäten sind für Fernstudien zuständig: die schon lange bestehende Fernuniversität Hagen und die noch ganz junge private Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW, eine Kooperation von Freier Universität Berlin und einem Unternehmen der Klett-Gruppe). Während die DUW (bisher?) gar keine Promotion anbietet, kann man an der Fernuni durchaus eine Doktorarbeit schreiben, aber es gibt dort kein spezielles promotionsbegleitendes Programm für Fernstudenten. Stattdessen bieten die Hagener, wie Präsenzuniversitäten, Assistentenstellen an, erlauben also ein klassisches Verfahren. Prinzipiell ist auch dort eine externe berufsbegleitende Promotion möglich, wenn man einen Doktorvater findet, der die Betreuuung übernimmt — dabei unterscheidet sich dann aber der Fernuni nicht mehr von Präsenzunis.

News: Deutsch-französische Doppelpromotion

Im Rahmen eines gemeinsamen Promotionsprogramm hat die Doktorandin Judith Eidems gleichzeitig den deutschen und den französischen Doktortitel (PhD) erworben: ESCP Europe, deutsche Version hier.

FH-Professur

Einer der denkbaren Gründe um zu promivieren ist das Berufsziel FH-Professor. In den Ausschreibungen für solche Stellen findet sich regelmäßig die Anforderung:

„Nachweis der Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten über die Qualität einer Promotion, alternativ Gutachten über promotionsäquivalente Leistungen”

Zwar gibt es einige FH-Professoren, die nicht promoviert haben, aber diese haben ihre Stelle vielleicht noch zu Zeiten angetreten, als die Fachhochschulen Graduiertenschulen hießen und keine Hochschulabschlüsse vergeben konnten, oder sie konnten eben über ein Gutachten ihre Leistungen nachweisen.

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Teures Vergnügen

Wer sich an Semestergebühren in der Größenordnung von 500 Euro pro Halbjahr gewöhnt hat, muss beim Blick auf die meisten berufsbegleitenden Promotionsprogramme der privaten Hochschulen erstmal schlucken: 12.500 € kostet die Teilnahme am günstigsten Programm, und ja nach Anbieter geht es bis 30.000 € in die Höhe. Damit liegen die Kosten in ähnlichen Sphären wie bei privaten MBA-Programmen.

Soll der Doktortitel also nur die Visitenkarte aufpeppen oder bei kommenden Gehaltsverhandlungen unterstützen, stellt sich die Sinnfrage, insbesondere wenn die Finanzierung nur durch Aufnahme eines Kredits möglich ist. Eine „klassische” Promotion mit Annahme einer Assistentenstelle an einer staatlichen Universität könnte günstiger sein, wenn danach eine Rückkehr in den bisherigen Beruf problemlos ist.

Dazu ein Rechenbeispiel: Wem es gelingt, eine klassische (volle) Assistentenstelle zu finden, der erhält für die Dauer von ca. drei Jahren Bezüge nach TV-L 13 (grob 40.600 € / Jahr brutto; schwankt je nach Bundesland). Liegt das bisherige Jahresbruttoeinkommen also über 50.600 €, ist selbst beim teuersten Angebot die Promotion an einer privaten Hochschule günstiger. Ist das Einkommen niedriger, ergibt sich abhängig von den Kosten des gewählten Angebots ein Plus oder Minus. In einigen Fachbereichen ist es zudem schwierig, eine volle Assistentenstelle zu finden; viele Stellenangebote bieten nur eine Halbzeitbeschäftigung (TV-L 13, 50%) an.

Die Kosten einer berufsbegleitenden Promotion sind übrigens von der Steuer absetzbar (Artikel in der Süddeutschen), wenn das Studium „beruflich veranlasst” ist, also z. B. wenn der fehlende Titel ein Hindernis für weiteren Aufstieg ist.

Externe Promotion

Ein kurzer Beitrag zur thematischen Abgrenzung: Es geht hier nicht um so genannte externe Promotionen — das sind klassische Promotionen an einer Universität, die kein spezielles Promotionsfernstudienprogramm für ihre Studenten anbietet. Externe Doktoranden sind meist hauptberuflich beschäftigt und suchen sich an einer Universität einen Doktorvater, der sie betreut.